Archiv der Kategorie: Musik

Perlen im Dezember: The Twilight Sad und Caribou

Kurz vor Ende Januar der Blick zurück: Was war nochmal im Dezember? Weihnachten zum Beispiel. Und dieser seltsame Mix aus Musik.

Meine Lieblingssongs kamen im Dezember von Caribou und Yumi Zouma. Und dann kam pünktlich zu Silvester dann endlich nochmal ein richtig gutes Gitarrenalbum. Von The Twilight Sad, zu denen ich bislang noch nie einen Zugang gefunden hatte.

Und dieser Song von Fatima Al Qadiri muss man hören, wenn man nachts durch die Stadt läuft. Bei dichtem Schneetreiben.

Lykke Li im Kesselhaus

Lange haben wir auf Lykke Li gewartet. Karten im Januar für April gekauft, und im März wurde dann das Konzert auf November verschoben. Umso besser, dass man inzwischen die Lieder kannte. Das neue Album habe ich ja schon im Juli gefeiert. Mit der inzwischen nicht mehr ganz so blonden Schwedin im wehenden Zauberlehrling-Mantel und ihrer schwarzen Band vor der Nase passt das dann auch optisch.

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Perlen im September und Oktober

Magischer Moment neulich in einem modernen vietnamesischen Imbiss mitten in Paris.
Nachdem die einzigen anderen Gäste gegangen sind, und nur noch Kathrin und ich an unserem Tisch sitzen, macht der junge Angestellte hinter der Theke Musik an. Und zwar laut. Und zwar Pink Floyd. Und zwar das einzige Lied, dass ich tatsächlich mal richtig gerne gemocht habe. Damals, 1994. High Hopes. Fast 8 Minuten Hymne. Dann kommen neue Kunden herein, und die Musik wird sofort leiser. Unglaublich. The grass was greener. Gänsehaut.

Nicht überraschend, dass meine September/Oktober Playlist mit Pink Floyd endet. Und auch nicht überraschend, dass ich mal einen Monat schlampe. Im Oktober hatte ich weder Lust zu bloggen, noch neue Musik zu entdecken.

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Perlen im Juli – Lykke Li und Boyhood

Nun ist fast schon der August vorbei. Schnell noch ein paar schöne Dinge aus dem Juli aufschreiben. Für wen auch immer. Erstmal Musik als Spotify-Playlist verpackt.

 

In Albumlänge möchte man das das meiste davon allerdings nicht hören. Lykke Li aber natürlich schon, Lykke Li ist immer super. Und von Album zu Album immer ein bisschen anders. Jetzt halt schwedische Traurigkeit meets Belinda Carlisle. Beste Mischung. Wolf Alice aus London haben noch kein Album, aber durchaus Potential. Und das Album vom diesem Wiebusch-Typen hab ich auch erstaunlich oft gehört. Warum? Wegen Zeilen wie „Als Zeit etwas war, das man sich einfach nahm, sich vergaß und ankam“. Also eigentlich keine Ahnung, warum.

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Eine monatliche Dosis Perlen – Meine April Playlist

Falls ihr wie ich immer auf der Suche nach musikalischer Inspiration aus dem Indie-Universum seid: Meine Spotify-Playlist Lttw Music Monthly ergänze ich am Ende eines jeden Monats um eine ganze Latte kunterbunter Songs. Alles was mich im Laufe des Monats spontan begeistert hat. Immer nur ein Song pro Band, und meistens was aktuelles. Feel free to follow.

Weil die Gesamt-Playlist immer falsch herum sortiert ist und man deshalb im Browser nur die ältesten Songs sieht, hab ich die April-Playlist auch einzeln veröffentlich:

Ein paar Perlen möchte ich herausheben. Mumma ist die allererste Single der britischen Band Spring King und ein Hit.

Nachdem ich schon fast den Eindruck hatte, dass mich klassische Gitarrenbands momentan eher langweilen, weckt der April neue Hoffnungen, dass sich das gerade ändert: Circa Waves, SKATERS, PAWS, Howler – allesamt mit jeder Menge Gitarren, Melodien und Hits. Und der neue Song von The Pains Of Being Pure At Heart reiht sich da natürlich nahtlos ein.
Meine persönlichen Lieblinge diesen Monat sind aber wie an früherer Stelle schon erwähnt definitiv Wild Beasts. Ach ja, und außerdem Angel Olsen, die zwar nur in White Fire klingt wie ein weiblicher, junger Leonard Cohen, aber auch sonst schöne Songs schreibt.

Wild Beasts

Trotz 12-jähriger Bandgeschichte habe ich Wild Beasts erst mit den Singles zum neuen Album „Past Tense“ entdeckt. Spätestens seitdem ich sie dann neulich im Strom gesehen habe, bin ich Fan. Zumindest habe ich das neue Album weitaus öfter gehört als jedes andere aktuelle Album. Und das will was heißen. Denn a) höre ich Dank Spotify sehr viel mehr Alben als früher, aber deswegen auch (leider) nicht mehr so intensiv. Und b) hatte ich schon fast den Eindruck, ich mag nur noch Bands mit Frauen am Gesang. Früher war’s mal genau umgekehrt. Die Zeiten ändern sich.
Zur aktuellen Zeit passt die wunderbar warme Stimmung von „Past Tense“ mit diesen phänomenalen Melodien ausgezeichnet. Vielleicht sollte ich auch mal die älteren Alben hören. Ich habe aber den Eindruck, dass „Present Tense“ ein bisschen düsterer geraten ist. Jedenfalls als die paar älteren Songs, die ich mal durchgeklickt habe. Eingefleischte Wild Beasts Fans dürfen sich gerne aufgerufen fühlen, das mit Anspieltipps zu widerlegen. Ich freu mich dann. Meine Anspieltipps: „Mecca“ und „A Dog’s Life“.

Ach ja, ich kam nicht umhin, einen Song mitzufilmen. Sehr gute Band.

Ich mag Warpaint anders als Du

Ich liebe Warpaint. Aber wieso diese ganzen Menschen in der seit Monaten ausverkauften Freiheiz-Halle Warpaint lieben, erschließt sich mir nicht. Ich liebe Warpaint in erster Linie, weil Undertow ein fantastischer Song ist, und weil ich sie einst in Göteborg sah, way out west, gehüllt in dichten blauen Nebel, Lautstärke und Gänsehaut. Keine Frauen, sondern Silhouetten mystischer Wesen aus purer Atmosphäre.
Die Menschen in der Freiheizhalle waren damals größtenteils nicht dabei. Vielleicht haben sie Warpaint irgendwo anders gesehen. Aber doch nicht alle. Ich vermute eher, sie haben eine der überschwenglichen Kritiken zum neuen Album gelesen. Ja und dann? Dann haben sie es angehört und abgefeiert? Alle diese Leute in der Freiheizhalle? Bemerkenswert. Also Pop-Musik klingt anders. Selbst ich tu mich mit der Platte schwer. Okay, ein paar Songs sind echt ganz gut, aber die Produktion macht den Zugang wirklich leicht.
Ich mit meiner vernebelten Warpaint-Vergangenheit hab mich trotzdem wie bekloppt aufs Konzert gefreut. Und siehe da auch die neuen Songs sind live super. Aber dann kommt Billie Holiday und Undertow und Elephant und sind noch viel besser. Und es ist fast schon wieder Göteborg. Nur ohne Nebel leider. Dafür eine Stunde und 35 Minuten. Und man kann halt jetzt erkennen, dass die mystischen Wesen ganz sympathisch und so gar nicht wie richtige Musikerinnen wirken. Vielleicht liebe ich Warpaint auch deshalb.
Und ihr?
Warpaint Munich

Lustigerweise hab ich zweimal Billie Holiday mitgefilmt, also jetzt der ultimative Warpaint-Vergleich: Billie Holiday 2014 in München

Und Billie Holiday 2011 in Göteborg

Ach ja, bei Haim (gleicher Ort, vier Tage vorher) hab ich mich weniger gewundert, dass die Halle voll war.
Haim Munich

Deap Vally im Atomic Cafe

Deap Vally machen Musik, die man live sehen muss. Und das nicht nur, weil sich die zwei Frauen aus LA sehr unterhaltsam kostümieren. Eventuell meinen die das sogar ernst, dann ist es nicht minder unterhaltsam. Dann ist zudem authentisch. Die Musik ist genauso wie die Outfits. Wild. Schroff. Gitarre, Schlagzeug und Bluesrock-Geröhre reicht. Ich werde das Atomic Cafe vermissen.

Deap Vally

Russian Circles in München

Ich hab ja keine Ahnung von sowas. Ich kenn Russian Circles nur weil sie Sachen mit Chelsea Wolfe machen. Trotzdem war ich auf dem Konzert, auch ohne Chelsea Wolfe. Ich war der letzte, den sie reingelassen haben. Deswegen hab ich besonders heftig mit dem Kopf genickt. Die Band hat kein Wort gesagt, sah aber gut aus im Dunkeln. Ein Typ von Botch mit Bass und Holzfällerhemd im Nebel. Instrumental, brachial, düster. Kranhalle abgerissen. Bombe.

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Niemand versteht Anna von Hausswolff

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Ihr werdet es nicht verstehen. Wenn ihr nicht da wart, werdet ihr es nicht verstehen. Ein Video kann die dröhnende Spannung nicht lange genug aufrecht erhalten. Ihr werdet weggeklickt haben, noch bevor bei 3 Minuten 22 Sekunden die erste Melodie einsetzt.Und selbst wenn ihr bis dahin durchhaltet: Eure Anlage ist nicht laut genug, um euch auf dem schwarzen Meer von Tönen und Spannung treiben zu lassen. Nicht laut genug, für die Gänsehaut bei den ersten Snare-Schlägen. Aber ihr habt ja auch nicht die Lieder gehört. Ihr wartet nicht auf diese kleinen sakralen Orgelmelodien, die hin und wieder aus den dunklen Fluten auftauchen. Nach denen man tauchen muss. Euer Herz sehnt sich nicht danach, im Strudel zwischen Melodie und Atmosphäre zerrissen zu werden. Alles was bleibt ist ein Seufzen. Und ein Lächeln. Denn diese Schwedin mit ihrer Band ist nicht nur fantastisch, sondern auch freundlich. Aber ihr werdet es nicht verstehen.

Ich war da.


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