Archiv der Kategorie: Geschmacksproben

Jahresrückblick: 2015 rekapituliert

So viel ist passiert in 2015. So viel Schönes. Aber auch so viel Käse. Und natürlich bin ich wieder viel zu selten dazu gekommen, darüber zu schreiben. Höchste Zeit, die Erinnerungen, Fotoalben und Playlists noch einmal durchzuscrollen und die persönlichen Highlights als kleinen Tagebucheintrag festzuhalten.

Was diesen Blog betrifft: Mein mit Abstand „erfolgreichster“ Blogbeitrag handelte nicht von schönen Dingen, sondern von ziemlich großem Käse: Münchner Wirte verärgern Allergiker. Darin nahm ich einen Artikel auf sueddeutsche.de zum Anlass, um mich über die Reaktionen der Gastronomie über die Allergenverordnung zu ärgern. Gut ein Jahr nach Einführung der Allergen-Verordnung hat sich übrigens in der Gastro-Landschaft Münchens nicht wirklich was verändert. Bis auf wenige Ausnahmen ist es für einen Allergiker nach wie vor fast unmöglich (erschwingliche) Lokalitäten zu finden, die halbwegs Ahnung von den Inhaltsstoffen ihrer Speisekarte haben.

Aber eigentlich wollte ich mich bei meiner kleinen Jahreszusammenfassung viel mehr auf die positiven Highlights konzentrieren.

An erster Stelle ist da unsere erste Reise nach Japan zu nennen, über die ich demnächst bestimmt auch einmal bloggen werde. Auch wenn das Ganze jetzt schon acht Monate her ist: Die Faszination für dieses Land und die Eindrücke von unserer Zeit dort sind jeden Tag gegenwärtig und werden auch regelmäßig durch japanische Spielfilme wieder aufgefrischt.

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Zweites Highlight war die zweite längere Reise in diesem Jahr: Dänemark. Kopenhagen hat mal wieder beeindruckend ihren Status als „Lieblingsstadt“ untermauert, aber diesmal haben mich vor allem die anschließenden Tage an der Nordküste Seelands beeindruckt. In München entwickelt man ja eine latente Sehnsucht nach Meer, die hin und wieder nach Befriedigung schreit. Auch das wäre eigentlich einen eigenen Blogbeitrag wert.

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Perlen im Dezember: The Twilight Sad und Caribou

Kurz vor Ende Januar der Blick zurück: Was war nochmal im Dezember? Weihnachten zum Beispiel. Und dieser seltsame Mix aus Musik.

Meine Lieblingssongs kamen im Dezember von Caribou und Yumi Zouma. Und dann kam pünktlich zu Silvester dann endlich nochmal ein richtig gutes Gitarrenalbum. Von The Twilight Sad, zu denen ich bislang noch nie einen Zugang gefunden hatte.

Und dieser Song von Fatima Al Qadiri muss man hören, wenn man nachts durch die Stadt läuft. Bei dichtem Schneetreiben.

Perlen im November: She Keeps Bees

Das Jahr ist am Ende, gerade noch genug Zeit um den November nicht zu vergessen.

Highlights waren sicherlich Lykke Li sowie das Wetter, welches mit Ausflügen in die Alpen gewürdigt wurde. Daneben gab’s noch zweimal Hauskonzerte irgendwo in München: Erst David Simard, dann She Keeps Bees.

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She Keeps Bees – Hauskonzerte

Bei Spotify ist im November tatsächlich eine längere Playlist zustande gekommen, die über die Tatsache hinwegtäuscht, dass ich aktuell mal wieder maximal gelangweilt von Indiemusik bin. Deshalb will ich eigentlich nichtmal irgendetwas hervorheben. Läuft halt ganz gut durch das Ding. Bis auf Tiger Lou, der nervt eigentlich wie eh und je. Sollte der Song mich demnächst einmal in einem ungünstigen Moment erwischen, fliegt er sofort raus.

Ach ja, der Ratatat-Song ist zwar alt, hat mich aber neulich im Radio aufgeheitert. Und der Von Spar Song kann auch einiges aufheitern.

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David Simard – Hauskonzerte, Bühnenbild

Perlen im September und Oktober

Magischer Moment neulich in einem modernen vietnamesischen Imbiss mitten in Paris.
Nachdem die einzigen anderen Gäste gegangen sind, und nur noch Kathrin und ich an unserem Tisch sitzen, macht der junge Angestellte hinter der Theke Musik an. Und zwar laut. Und zwar Pink Floyd. Und zwar das einzige Lied, dass ich tatsächlich mal richtig gerne gemocht habe. Damals, 1994. High Hopes. Fast 8 Minuten Hymne. Dann kommen neue Kunden herein, und die Musik wird sofort leiser. Unglaublich. The grass was greener. Gänsehaut.

Nicht überraschend, dass meine September/Oktober Playlist mit Pink Floyd endet. Und auch nicht überraschend, dass ich mal einen Monat schlampe. Im Oktober hatte ich weder Lust zu bloggen, noch neue Musik zu entdecken.

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Perlen im August – Raveonettes und neue Sachlichkeit

Raveonettes oder Owl John? Das ist die Frage wenn es um das Album des Augusts (oder sogar des Jahres?) geht. Zwei Alben, die man immer anmachen kann, wenn man nicht weiß, was man anmachen soll. Aus Gründen der Gleichberechtigung schiebe ich Owl John in den September. Bei Raveonettes ist auch die Songauswahl leichter: „Summer ends“ ist ein Welthit. Nur eine große Band schreibt einen zuckersüßtraurigen Refrain wie diesen, und wiederholt ihn nur ein einziges Mal, bevor die zweite Hälfte des Songs in Dunkelheit versinkt.
Was gefällt sonst so? Die Vorab-Singles von Alt-J, Jamie-T und Jessie Ware machen Vorfreude auf die Alben. Grimes ist eh die Coolste, und der Rest sind gute (bis megagute) Einzelsongs.

Zweimal verschlug es mich in die Museen dieser Stadt: Im sehr hübschen (Fassade ,Räume) aber unfreundlichen (Aufseher, Fotoverbot) Museum Brandhorst sind zur Zeit Fotografien von Richard Avedon aufgehängt. Portraits von bekannten Persönlichkeiten und teilweise auch etwas ernster. Schwarzweiß. Schön. Für einen Euro kann man das Sonntags mal anschauen.

Das Lenbachhaus tut gerade so, als gäbe es eine Riesen-Sonderausstellung zur Neuen Sachlichkeit. Tatsächlich gibt es eine eher kleine Sonderausstellung zur Neuen Sachlichkeit. Oder ich hab es nicht verstanden. Jedenfalls befindet sich die Ausstellung in nur einem Raum, und selbst darin kennt man viele Bilder schon aus der Sammlung. Der gezeigte Stummfilm „Menschen am Sonntag“ aus dem Jahre 1930 war aber sehenswert. Und der Rest ja auch, weil nebenan der Blaue Reiter und überhaupt alles andere ist ja auch toll.

Zu guter Letzt noch Julie Byrne mit Gitarre irgendwo in München veranstaltet von Hauskonzerte. Davor Manel Rodriguez, ebenfalls mit Gitarre, aber nicht so griff- und textsicher. Trotzdem schöne Stimmen, diese beiden. Ach mist, das war ja schon im September. Egal.

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Manel Rodriguez somewhere in Munich.

Nebenan ist übrigens gerade der Wiesnaufbau in den letzten Zügen. Wiesnaufbau mag ich. Wiesn nicht so.

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Wiesnaufbau. Oh je.

 

Perlen im Juli – Lykke Li und Boyhood

Nun ist fast schon der August vorbei. Schnell noch ein paar schöne Dinge aus dem Juli aufschreiben. Für wen auch immer. Erstmal Musik als Spotify-Playlist verpackt.

 

In Albumlänge möchte man das das meiste davon allerdings nicht hören. Lykke Li aber natürlich schon, Lykke Li ist immer super. Und von Album zu Album immer ein bisschen anders. Jetzt halt schwedische Traurigkeit meets Belinda Carlisle. Beste Mischung. Wolf Alice aus London haben noch kein Album, aber durchaus Potential. Und das Album vom diesem Wiebusch-Typen hab ich auch erstaunlich oft gehört. Warum? Wegen Zeilen wie „Als Zeit etwas war, das man sich einfach nahm, sich vergaß und ankam“. Also eigentlich keine Ahnung, warum.

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DOK.fest München mit Nick Cave

Oh, es ist ja DOK.fest – Da wolltest du doch letztes Jahr schon hin und hast es nicht geschafft. Oh, eine Dokumentation über Nick Cave – Mit dem wolltest du dich doch immer mal näher beschäftigen. Oh, im Arri-Kino – So ein richtiges High-Tech Abnahmekino hast du auch noch nie besucht. Also: Wer kommt mit? Alle? Prima.

20,000 Days on Earth hat auf dem Sundance Festival 2014 Preise für beste Regie und bester Schnitt bekommen. Und die haben die Regisseure Ian Forsyth und Jane Pollard, die offensichtlich bislang immer als Duo auftreten, durchaus verdient. Nick Caves 20.000ster Tag wird sehr schön in Szene gesetzt. Mit tollen Bildern, viel meist ruhiger Atmosphäre, schönen Live-Aufnahmen und alles sehr detailverliebt und überhaupt liebevoll geschnitten. Und Nick Cave ist schon eine relativ coole Sau.

Insgesamt ein sehr inspirierender Film. Ich hör jetzt mal das letzte Album.

 

Eine monatliche Dosis Perlen – Meine April Playlist

Falls ihr wie ich immer auf der Suche nach musikalischer Inspiration aus dem Indie-Universum seid: Meine Spotify-Playlist Lttw Music Monthly ergänze ich am Ende eines jeden Monats um eine ganze Latte kunterbunter Songs. Alles was mich im Laufe des Monats spontan begeistert hat. Immer nur ein Song pro Band, und meistens was aktuelles. Feel free to follow.

Weil die Gesamt-Playlist immer falsch herum sortiert ist und man deshalb im Browser nur die ältesten Songs sieht, hab ich die April-Playlist auch einzeln veröffentlich:

Ein paar Perlen möchte ich herausheben. Mumma ist die allererste Single der britischen Band Spring King und ein Hit.

Nachdem ich schon fast den Eindruck hatte, dass mich klassische Gitarrenbands momentan eher langweilen, weckt der April neue Hoffnungen, dass sich das gerade ändert: Circa Waves, SKATERS, PAWS, Howler – allesamt mit jeder Menge Gitarren, Melodien und Hits. Und der neue Song von The Pains Of Being Pure At Heart reiht sich da natürlich nahtlos ein.
Meine persönlichen Lieblinge diesen Monat sind aber wie an früherer Stelle schon erwähnt definitiv Wild Beasts. Ach ja, und außerdem Angel Olsen, die zwar nur in White Fire klingt wie ein weiblicher, junger Leonard Cohen, aber auch sonst schöne Songs schreibt.

Wild Beasts

Trotz 12-jähriger Bandgeschichte habe ich Wild Beasts erst mit den Singles zum neuen Album „Past Tense“ entdeckt. Spätestens seitdem ich sie dann neulich im Strom gesehen habe, bin ich Fan. Zumindest habe ich das neue Album weitaus öfter gehört als jedes andere aktuelle Album. Und das will was heißen. Denn a) höre ich Dank Spotify sehr viel mehr Alben als früher, aber deswegen auch (leider) nicht mehr so intensiv. Und b) hatte ich schon fast den Eindruck, ich mag nur noch Bands mit Frauen am Gesang. Früher war’s mal genau umgekehrt. Die Zeiten ändern sich.
Zur aktuellen Zeit passt die wunderbar warme Stimmung von „Past Tense“ mit diesen phänomenalen Melodien ausgezeichnet. Vielleicht sollte ich auch mal die älteren Alben hören. Ich habe aber den Eindruck, dass „Present Tense“ ein bisschen düsterer geraten ist. Jedenfalls als die paar älteren Songs, die ich mal durchgeklickt habe. Eingefleischte Wild Beasts Fans dürfen sich gerne aufgerufen fühlen, das mit Anspieltipps zu widerlegen. Ich freu mich dann. Meine Anspieltipps: „Mecca“ und „A Dog’s Life“.

Ach ja, ich kam nicht umhin, einen Song mitzufilmen. Sehr gute Band.

Ich mag Warpaint anders als Du

Ich liebe Warpaint. Aber wieso diese ganzen Menschen in der seit Monaten ausverkauften Freiheiz-Halle Warpaint lieben, erschließt sich mir nicht. Ich liebe Warpaint in erster Linie, weil Undertow ein fantastischer Song ist, und weil ich sie einst in Göteborg sah, way out west, gehüllt in dichten blauen Nebel, Lautstärke und Gänsehaut. Keine Frauen, sondern Silhouetten mystischer Wesen aus purer Atmosphäre.
Die Menschen in der Freiheizhalle waren damals größtenteils nicht dabei. Vielleicht haben sie Warpaint irgendwo anders gesehen. Aber doch nicht alle. Ich vermute eher, sie haben eine der überschwenglichen Kritiken zum neuen Album gelesen. Ja und dann? Dann haben sie es angehört und abgefeiert? Alle diese Leute in der Freiheizhalle? Bemerkenswert. Also Pop-Musik klingt anders. Selbst ich tu mich mit der Platte schwer. Okay, ein paar Songs sind echt ganz gut, aber die Produktion macht den Zugang wirklich leicht.
Ich mit meiner vernebelten Warpaint-Vergangenheit hab mich trotzdem wie bekloppt aufs Konzert gefreut. Und siehe da auch die neuen Songs sind live super. Aber dann kommt Billie Holiday und Undertow und Elephant und sind noch viel besser. Und es ist fast schon wieder Göteborg. Nur ohne Nebel leider. Dafür eine Stunde und 35 Minuten. Und man kann halt jetzt erkennen, dass die mystischen Wesen ganz sympathisch und so gar nicht wie richtige Musikerinnen wirken. Vielleicht liebe ich Warpaint auch deshalb.
Und ihr?
Warpaint Munich

Lustigerweise hab ich zweimal Billie Holiday mitgefilmt, also jetzt der ultimative Warpaint-Vergleich: Billie Holiday 2014 in München

Und Billie Holiday 2011 in Göteborg

Ach ja, bei Haim (gleicher Ort, vier Tage vorher) hab ich mich weniger gewundert, dass die Halle voll war.
Haim Munich